Inflation: Besserung in Sicht oder kein Licht am Ende des Tunnels?

Der Teuerschock lauert überall, ob im Supermarkt, an der Tankstelle oder bei den Heizkosten.  Schon 2021 begannen die Verbraucherpreise anzusteigen, auch Anfang 2022 ist keine Hoffnung in Sicht, oder?

Apps wie Bitcoin Up werden für viele Verbraucher immer relevanter, denn die Kryptowährung gilt als inflationssicher und als Zahlungsmittel der Zukunft. Aber welche Prognose haben Experten für die Inflation im Jahr 2022? Kann es noch zu einer Umkehr kommen und was wäre nötig, damit endlich Licht am Ende des Tunnels erscheint?

Quelle: https://unsplash.com/photos/K_3UV1ZFcJ0

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Warum alles immer teurer wird

So mancher Verbraucher muss auf einen Kleinkredit zurückgreifen, wenn die Kosten des Alltags das Budget überschreiten und dann noch nötige Anschaffungen anfallen. Schuld daran ist die Inflation, die so hoch ist wie schon seit 29 Jahren nicht mehr.

Der Hauptgrund für die gestiegenen Preise sind in der Konjunkturerholung zu sehen, die für eine Verteuerung sämtlicher Energieprodukte gesorgt hat. Kraftstoffe, Heizöl und erneuerbare Energien sind so teuer wie nie zuvor.

Zusätzlich wurde 2021 die Mehrwertsteuersenkung zurückgenommen, die im Zuge der Corona-Krise zur Erleichterung eingeführt worden war. Wegweisend für die Inflation waren außerdem die Einführung der CO₂-Abgabe sowie Lieferengpässe, die für einen Materialmangel gesorgt haben. 2022 ist der Mehrwertsteuereffekt verpufft, doch entspannend ist die Lage dennoch nicht.

  • Und zumindest für Anfang 2022 sieht die Deutsche Bundesbank keine Erleichterung auf gebeutelte Verbraucher zukommen. Das hat Folgen, auch für die deutsche Wirtschaft.
  • Denn die Kaufkraft ist beschränkt und durch steigende Preise in den Supermärkten bleibt in vielen Haushalten nicht mehr genug Geld, um andere Bereiche zu bedienen. Die Anzahl jener Familien, bei denen am Ende des Geldes noch zu viel Monat übrig ist, wächst im Zuge der Inflation deutlich an.

Kann die Zinserhöhung die Inflation bekämpfen?

Immer mehr Experten sprechen sich dafür aus, Negativzinsen durch eine Zinserhöhung zu bekämpfen. Doch die Notenbanken sehen hierfür noch keinen Anlass. Zwar sehen sie sich grundsätzlich handlungsbereit, der Bedarf scheint nach Meinung der Banker aber noch nicht erreicht zu sein. Eine Zinswende steht in den Sternen und es gibt nicht einmal relevante Planungen in diesem Bereich. Und das, obwohl nicht nur Deutschland ächzt, sondern die Verteuerungen ganz Europa vor eine riesige Herausforderung stellen.

Fraglich ist allerdings, ob eine Erhöhung der Zinsen wirklich mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringen würde. Wenn Kredite verteuert würden und Verbraucher deutlich höhere Zinssätze aufbringen müssten, würde das die Kaufkraft insgesamt weiter sprechen. Doch auch die Nachfrage würde sinken und damit das Angebot. Während einige Sektoren durch noch stärkere Preissteigerungen kaum noch bezahlbar für den Otto-Normal-Verbraucher wären, würden die Preise in anderen Segmenten schlichtweg verfallen. Bevor die EZB einen solchen Schritt geht, müssen andere Möglichkeiten genauestens überdacht werden. Und da sich in einigen Kreisen vorsichtiger Optimismus breit macht, sehen die Zentralbanken ihre Zeit noch nicht gekommen.

Langsame und stückweise Besserung

Experten gehen davon aus, dass sich die Inflation im Jahr 2022 zurückentwickeln wird, aber keineswegs in der erhofften Geschwindigkeit. Noch im Januar lag der Prozentwert bei 4,9, kaum geringer als der Spitzenwert im November 2021. Auch wenn der Anstieg der Energiepreise nach und nach zurückgefahren würde, ist die Inflation damit noch nicht beendet. Bis sich tatsächlich alles wieder in einem Gefilde befindet, was als normal bezeichnet werden kann, wird das dritte Quartal 2022 bereits erreicht sein.

Seitens der Europäischen Zentralbank wird in gesamt Europa ein stabiles Preisniveau angestrebt, was eine Teuerungsrate von maximal 2 Prozent pro Jahr nicht überschreitet. Es wird hingenommen, wenn vorübergehend eine deutliche Überschreitung, aber auch Unterschreitung zu verzeichnen ist. Ab wann die Notenbanken allerdings eingreifen und der Verteuerung einen Riegel vorschieben, ist nicht bekannt. „Man könnte, man dürfte, es würde“ – aber niemand ist bereit es zu tun. Ob zurecht oder zu Unrecht – darüber wird heftig diskutiert.

Dennoch sind sich Finanzexperten sicher, dass eine dauerhafte Inflation von mehr als 2 Prozent nicht zu erwarten ist. Denn spätestens dann müsste die EZB handeln und dafür sorgen, dass die Preisanstiege wieder auf ein normales Niveau gedeckelt werden.

Führt 2022 zurück in die Normalität?

Das Jahr 2022 war und ist das Hoffnungsjahr in vielen Bereichen, die Normalität ist das wichtigste Thema der Wirtschaft, aber auch der Privatverbraucher. Und es scheint noch nichts verloren, weder in der Coronapolitik noch in Hinblick auf die Inflation. Aller Anfang ist schwer, das hat der Jahreswechsel eindeutig gezeigt. Während noch im Dezember die Hoffnung bestand, dass spätestens Ende Januar die Verteuerungen zurückgehen würden und keine bitteren Tränen mehr an der Zapfsäule fließen müssen, sind diese Hoffnungen zerschlagen.

Nun also weiter durchhalten und dabei versuchen, so viel es geht zu sparen. Bislang sehen die Finanzexperten noch keine Gefahr bezüglich einer sprunghaften Weitererhöhung, die durch steigende Löhne noch befeuert werden könnte. Für die Verbraucher selbst wäre die Lohnerhöhung ein Segen, für die langfristige Inflation ein Fluch. Denn, kann das erhöhte Angebot bedient werden, gibt es keinen Grund mehr, warum die Preisschraube wieder angezogen werden muss, und zwar in die richtige Richtung, nach unten.

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